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Livetracking: Mehr Sicherheit für alle XC-Piloten und vereinfachte Auswertung bei Wettbewerben


Andere:

Letzte Aktualisierung: 04-2016

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Einführung

Livetracking ist eine logische Erweiterung von OLC und XContest - der Track wird live dargestellt und man muss nicht auf den späteren upload des Tracks durch den Piloten warten. Der bekannteste Livetracking-Event dürfte der XAlps sein, der ohne Livetracking unvorstellbar wäre.

Aber ist Live-Tracking nur was für Wettbewerbspiloten? Ganz sicher nicht. Es ist schon aus Sicherheitsgründen bei einem XC-Flug eine tolle Sache. Kein vernünftiger Skitourengeher verzichtet heutzutage auf sein Lawinensuchgerät. Warum verzichten wir meist noch auf eine zeitgemäße Möglichkeit der Lokalisierung?

Dann gibt es ein weiteres nettes Feature, das Ausrichtern eines Wettbewerbs die Arbeit sehr erleichtern kann: Livetracking-basierte Auswertung, angeboten von livetrack24.com. Anstelle der Tracks vom GPS werden die Tracks vom Livetrack-Server verwendet. Das mühselige und zeitraubende Auslesen der GPS-Geräte entfällt. Der Auswerter macht nur noch einen Sammeldownload der Livetracks von dem Livetrack-Server. Wenn der letzte Pilot gelandet ist geht es los, und nach 10-15 Minuten gibt es ein Ergebnis. Das hört sich doch gut an. Update 2016: Das Angebot von Livetrack24 wurde nochmal ausgeweitet und umfasst jetzt das komplette Wettbewerbsmanagement, von der Anmeldung bis zur Auswertung. Ein erster Härtetest wird die Ausrichtung der Österreichischen Paragleiterliga 2016: http://www.paragleiter.org/?p=6110 .

Schauen wir mal genauer hin:

Anforderungen

Geeignet sind festprogrammierte HW-Tracker, sowie Smartphones mit GPS und passender App. Die Geräte, die zum Tracken verwendet werden, müssen folgende wichtige Bedingungen erfüllen: Der Track muss vollständig aufgezeichnet und übertragen werden. Er darf bei zwischenzeitlichen Netzausfällen keine Aussetzer haben. Die Abtastrate muss so zügig sein, dass im Zylinder sicher ein Wegpunkt geloggt wird. Der Tracker muss eine Laufzeit von mehreren Stunden haben. Aus Sicherheitsgründen sollte das Tracken auf einem Smartphone gestoppt werde wenn der Akku zur Neige geht. Dann steht nach der Landung noch Energie zum Telefonieren zur Verfügung. Ab 2015 wird der DHV etwa 100 geeignete Logger besitzen. Der Aufwand für Veranstalter, der diese benutzen will, ist aber erheblich. Dazu kommt das Haftungsrisiko. Besser wäre es wenn die Piloten selber Tracker hätten. Smartphone-gestütztes Tracking ("Smart-Tracking") wäre die Lösung. Durch die immer weiter voranschreitende Verbreitung der Smartphones, immer neuere und bessere Apps sowie dem geplanten Wegfall der Roaming-Gebühren in der EU in 2017 sind diese die optimale Wahl. Außerdem kann sie ein Pilot bei jedem Flug nutzen, geliehene HW-Tracker aber nur im Wettbewerb. Im Notfall ist das ein großer Sicherheitsgewinn für jeden XC-Pilot. Im Wettbewerb ist diese Kombination (mehr Sicherheit und Livetracking-basierte Auswertung) ein Highlight. Man kann am letzten Wettkampftag fast bis zur Siegerehrung fliegen, weil die Auswertung super schnell geht. Und wem wurde noch nicht ein halber Flugtag "geraubt", weil sonst die Auswertung nicht fertig wird. Das entfällt jetzt. Wettbewerbspiloten sollten das zu würdigen wissen. Gängige Smartphones, vollgeladen und mit maßvoll eingestellten Energieoptionen, laufen lang genug für die alle denkbaren Flüge. Und mit einem externen Akku kann jeder fliegen vom Frühstück bis zum Sonnenuntergang. Ausreichend gute Akkus gibt es für 20-30 Euro.

Status

Im Oktober 2014 habe ich eine größere Zahl von Live-Tracks ausgewertet. Wichtig: Die Bewertung bezieht sich speziell auf den Aspekt der Nutzbarkeit bei Wettbewerben. Die Entwicklung ist aber in vollem Gang und die Bewertung gibt deswegen nur einen Zwischenstand wieder. Deswegen sollten auch die Apps regelmäßig aktualisiert werden.

HW-Tracker und fest programmierte Fluginstrumente
  • LT24 v1: Für Wettbewerbsauswertung wegen Aussetzern (wie vom Anbieter auch angegeben) nicht empfehlenswert, kann aber gut gehen, je nach Netz.
  • LT24 v2: Konnte ich nicht ausreichend testen, laut Anbieter aber unterbrechungsfrei. Aber nur ~5h Laufzeit. Deswegen ohne Powerpack (USB Micro-B Stecker) nur bedingt empfehlenswert.
  • GH 3000: Vermutlich ähnlich wie v2
  • Flymaster live: Nach meiner Auswertung gut genug, ca. 90% der Tracks haben keine Auswertungs-relevanten Ausfälle, die restlichen Ausfälle liegen stets unter 60s. Es kommt aber vereinzelt zu Abbrüchen bei den Tracks, man bekommt dann vom LT-Server mehrere IGC-files für einen Flug - schlecht für die Auswertung.

Weitere Geräte (MT-90, Oudie usw.), sind bislang kaum verbreitet, und die wenigen bislang analysierten Tracks die ich habe sind alle zu lückenhaft zumindest für Wettbewerbe.

Smartphone Apps
  • Tracker (von Richard Hunt): Eine super-einfach zu bedienende App, die genau macht was sie soll, und dieses sehr gut und zuverlässig. Clevere und optimierte Datennutzung. Fixe Intervalle. Stoppt bei LowBat. Nur Android. Kostenlos. Empfehlenswert.
  • LiveTrack24+: Mehr Features als "Tracker". Vergleichbare Qualität wie "Tracker" und ebenfalls einfach zu konfigurieren und zu bedienen. Automatische Intervalle mit "turn-detection", im Mittel unter 5 Sekunden. Stoppt bei LowBat. Landungs-Status ("alles ok", "brauche Hilfe" usw.) kann signalisiert werden. Android & iOS. Kostenlos. Empfehlenswert.
  • Flight GPSLogger (von MarcP): Fixe Intervalle. Stoppt bei LowBat. Viele Features. Speichert Tracks auch lokal auf das Handy. Nur Android. Kostenlos. Für eine endgültige Bewertung noch etwas wenig Daten, die sind aber alle gut.
  • Alle anderen Apps sind zumindest zum Wettbewerbs-Tracken wegen Aussetzern derzeit nicht empfehlenswert, auch wegen meist fehlender LowBat Abschaltung.
  • Bei Windows Phone gibt es noch kaum Daten, es sieht aber bislang noch nicht gut aus.
  • "Java": Derzeit keine Software die ohne Aussetzer arbeitet. Dürfte bald ohnehin keine Rolle mehr spielen.

Status Livetracking-basierte Auswertung

Die Hessenmeisterschaft 2014 war leider nicht ergiebig genug für ein klare Aussage, ob die Technik insgesamt schon ausgereift genug ist. Auf der Server-Seite / Web-Interface sieht es aber schon sehr gut aus. LT24 und die Wettbewerbssoftware sind gut aufeinander abgestimmt. Das Anlegen eines Tasks ist sehr einfach. Man macht nur einen upload der Wegpunktdatei sowie der Datei mit den Teilnehmern (für Eingeweihte: Das fsdb-file), die sowieso für die Wettbewerbsauswertung angelegt werden muss. Weitere Tasks werden einfach kopiert und mit Datum usw. angepasst. Die endgültige Task-Eingabe (Wendepunkte, Zylindergrößen, Fenster-Zeiten usw.) kann mit dem Smartphone am Startplatz erfolgen, das hat funktioniert und ging recht schnell. Auch der spätere Track-download und Import in die Auswerte-SW war wie versprochen ganz einfach.

Live-Tracking im Wettbewerb

Das Live-Tracking erfolgt immer zusätzlich zu den sonstigen Aktivitäten eines Piloten. Die erwähnten Apps haben insbesondere keinerlei Funktionalität zum Navigieren. Es müssen ebenfalls keine Wendepunkte oder Fensterzeiten eingegeben werden. Ein Livetracker ist also das Äquivalent zum Backup-GPS: Einschalten, start, stop, Ausschalten. Wenn das Scoring im Wettbewerb über Livetracking erfolgt, dann dient das zum Navigieren benutzte GPS als Backup.

Aufwand für Veranstalter

Für die Einarbeitung in die live-tracking basierte Auswertung kann ungefähr ein Abend gerechnet werden. Ein fsdb-file aus einem alten Wettbewerb ist dabei hilfreich.

Pilotenfeedback

Die Rückmeldungen sind bislang sehr gemischt und korrelieren recht stark mit dem Alter des Piloten, dem Besitz von Smartphones sowie der eigenen Einstellung zu Technik. Manche Piloten wollen kein Smartphone besitzen. Nicht jeder Smartphone Besitzer traut sich zuzugeben, dass er das Samrtphone nicht ausreichend versteht, und vermutet hier weitere Komplexität, die er nicht zu beherrschen fürchtet. Getreu dem Motto "never change a running system" wird nichts verändert. Das Tracking wäre aber ein guter Anlass solche Fragen zu klären wie - warum ist bei der Akku meines Handies immer so schnell leer? - warum reicht mein Internet-Datenvolumen nie so lange wie erhofft aus? Denn eine "Sparsam-Einstellung" fürs Tracken kann zum Verstehen und zur Lösung solcher Probleme durchaus beitragen. Geeignete Anleitungen (s.u.) sollten die Bedenken eleminieren.

Den meisten Piloten gemein ist der Wunsch nach einer einfach zu bedienenden Lösung. Generell kann man sagen, dass beide Lösungen recht einfach zu benutzen sind, wenn man sie einmal konfiguriert hat. Die HW-Tracker konfiguriert man am PC. Bei ihnen muss man sich in der EU ebenfalls keine Gedanken um die Internet-Kosten machen, da die HW-Tracker wirklich nur die reinen Tracking-Daten übertragen, wodurch auch der 0,24€/MB-Tarif völlig akzeptabel ist (siehe Maxpunkte-Link). EU-Internet-Pakete buchen ist nicht nötig, das ist derzeit noch der Hauptvorteil (Smart-Tracker Bauvorschlag siehe unten). Aus den bereits erwähnten Gründen müssen die Piloten diese HW-Tracker selber besitzen, sonst gehen viele Vorteile verloren. Bei Verleih-HW-Trackern entfällt für Veranstalter die Haftungsfrage, wenn vom Pilot das eigene Gerät benutzt wird - Vorteil Smart-Tracker.

Internet-Gebühren incl. Roaming

Für Piloten, die international fliegen, dürfte nicht die Technik eins der größten Hinder- bzw. Hemmnisse für das Live-Tracken sein. Vielmehr sind es die Roaming-Gebühren für den Internetzugang, bzw. die Frage was man tun muss um diese im Griff zu haben. Das Angebot bzw. die Informationspolitik mancher Provider ist hier noch nicht richtig kundenfreundlich. Nach Willen der EU sollen die Daten-Roaming-Gebühren aber Mitte 2017 gestrichen werden (dann aber wirklich). Dann wäre das Tracken mit einer nationalen SIM-Karte in der ganzen EU sorglos möglich - vorausgesetzt man hat Internetzugang zu Hause. Derzeit wird auch die Schweiz von den Providern meist wie ein EU-Land behandelt, hoffentlich bleibt das so.

Kosten

  • Apps: Die oben erwähnten Apps sind kostenlos.
  • HW-Tracker: 100€-200€
  • Internet: Ggf. Auslandstarif
  • Wettbewerb via LT24: 2,50€ pro Pilot, mindestens 50€ pro Wertungsklasse

DHV-Livetracking-Server

Der DHV benutzt ebenfalls die LT24-SW auf dem eigenen Server. Diese wird aber aus Kostengründen nicht regelmäßig aktualisiert und hat derzeit einen veralteten Stand. Sie ist daher momentan nicht für diese Aufgabe geeignet.

Aktuell: "Die DHV-Kommission hat beschlossen, den Server livexc.dhv.de zum Ende der Flugsaison 2016 abzuschalten." Siehe: https://maxpunkte.de/cms2016/index.php/livetracking

Weitere Anwendungen

  • OLC: Einige Apps bieten die Möglichkeit, die Tracks live oder am Ende des Flugs zum OLC-Server zu senden. Ein upload via PC oder Laptop ist dann nicht nötig, was ganz praktisch ist wenn man kein zusätzliches IT-Equipment mitnehmen will.
  • Wettbewerbe: Zuschauer können live vom Veranstalter über den aktuellen Stand informiert werden.
  • Gruppenreisen / Flugschulen: Fliegen in unbekanntem Gelände. Plötzlich ist einer weg. Wäre Livetracking hier nicht eine tolle Sache?
  • Rückholung: In manchen Vereinen wird die Rückholung zentral geregelt. Dann weiß der Rückholer jederzeit, ob und wohin er fahren muss.

Datenschutz

Die Gefahr, dass ein Live-Track von Dritten missbraucht wird ist denkbar gering. Man kann den Account anonym anlegen. Tracks können gelöscht oder "privat" markiert werden (LT24 Premium), und Tracks in Wettbewerben sind meist eh öffentlich.

Zukunft

  • Die Verbreitung von Smartphones wird immer mehr zunehmen.
  • Smartphones werden zu einer ernst zu nehmenden Alternative für traditionelle GPS-Vario-Kombigeräte und werden somit noch weiter in die Fliegerszene vorstoßen.
  • Viele von uns werden bald ein altes Smartphone rumliegen haben, das fürs Tracken immer noch bestens geeignet ist. Ein neuer Akku - wenn möglich - oder ein externer Akku und der Tracker ist fast fertig. Was in Deutschland leider fehlt ist eine Daten-Prepaid wie in Österreich (Angebot leider abnehmend in 2016), die ein ganzes Jahr gültig ist. In Deutschland kann man für das gleiche Geld maximal einen Monat buchen. Siehe Smart-Tracker Bauvorschlag weiter unten.
  • 2016 sind ausgereifte Apps für Android und iOS verfügbar sein. Damit können die meisten Smartphone-Besitzer bei Wettbewerben live tracken. Nach einer Reifephase von ein bis zwei Jahren dürfte die Methode der bisherigen Lösung vergleichbar sein. Dort kommen Ausfälle ja auch immer noch gelegentlich vor. Und wenn der Veranstalter am Ende des Tages noch ein paar GPS als Backup einliest, ist er insgesamt immer noch deutlich schneller. Dazu kommt der Sicherheitsgewinn für die Piloten. Es wäre schön, wenn weitere Wettbewerbsorganisatoren das Thema aufgreifen und ihre Erfahrungen teilen würden. Die Zeit ist gekommen für diesen Schritt.
  • Die klassische Auswertung nur mit GPS wird in Gegenden mit extrem schlechter Infrastruktur als Rückfall-Lösung zur Verfügung stehen müssen.

Mobiles Internet und optimierter Datenverbrauch

Verträge

Prepaid-Vertrag

Die Tarife sind allgemein so aufgebaut: Es gibt typischerweise einen Basistarif ohne jegliche Inklusiv-Leistungen. Dieser Tarif ist nutzbar so lange man Guthaben auf dem Prepaid-Konto hat. Jedes gespräch und jede SMS wird einzeln berechnet. Man kann bei diesem Tarif auch surfen, das kostet aber aktuell meist 0,24€/MB. Dieser Tarif gilt, wenn man den APN (s.u.) eingetragen hat und keinen zusätzlichen Datentarif aktiv hat. Also Vorsicht. Dazu kann man Options-Pakete buchen, die Inklusiv-Leistungen beinhalten. Bei Smartphones wählt man dann meist ein Paket mit Datentarif. Dieser ist nur gültig in Deutschland. Solche Pakete werden nach Ablauf von 30 Tagen um weitere 30 Tage verlängert, sofern das Guthaben dafür reicht. Ansonsten gilt wieder der Basistarif. In der EU kostet Internet im Basistarif auch meist 0,24€/MB. Das Buchen eines EU Internet-Pakets empfiehlt sich aber. Es hat ein Inklusiv-Volumen, begrenzte Gültigkeit (meist 7 Tage ab Aktivierung) und wird normalerweise nicht automatisch verlängert.

Laufzeitvertrag, z.B. 24 Monate

Smartphone Benutzer haben eigentlich immer einen Datentarif für Deutschland. Dazu gibt es vergleichbare Pakete für EU-Internet wie bei Prepaid.

Hier eine Checkliste für EU-Internet, und was man vorab klären sollte

  • Kann ich mein Prepaid-Guthaben im Ausland aufladen?
  • Wie wird das Paket gebucht? Meist gibt es dafür eine Kontohotline, die über eine Kurzwahl zu erreichen ist. Manchmal funktioniert das auch über Internet oder eine App. Das Paket ist üblicherweise sofort nach der Buchung aktiv, ggf. nach Erhalt einer entsprechenden SMS. Manchmal enthält auch die SMS bei Einreise ins Ausland einen entsprechenden Hinweis / Link zu EU-Paketen.
  • Wo kann ich ein EU-Paket buchen? Im Ausland/Inland/beides?
  • Was passiert wenn das Datenvolumen vor Ablauf des Zeitraums aufgebraucht ist?

Wird dann Internet pauschal gesperrt oder fällt man auf den Basistarif (0,24€/MB) zurück? Normalerweise gilt: Im Ausland stop, im Inland kostenloses GPRS (also sehr langsam).

  • Bekommt man rechtzeitig vorher eine SMS?
  • Kann man den vorgeschriebenen Kostendeckel für Auslands-Internet von ~60€ verändern / runtersetzen?
  • Verlängert sich das Paket automatisch? Dann nicht vergessen zu kündigen.
  • Für Basis-Paket Besitzer: Wie lauten die Daten des Zugangspunktes (APN) und wo stelle ich ihn bei Bedarf am Handy ein?
  • Für Basis-Paket Besitzer: Kann man mit einem EU Internet-Paket auch in Deutschland zum gleichen Tarif surfen? In der Regel ist das nicht der Fall, man braucht dann auch ein Daten-Paket für Deutschland. Für Flüge in grenznahem Gebiet interessant, ein Rückfall auf die 0,24€/MB in Deutschland wäre nicht erwünscht.
  • Gibt es eine App des Providers, die mir beim Buchen und mit der Verwaltung hilft?

Wenn man das verstanden und einmal erfolgreich gemacht hat ist es keine Zauberei mehr. Und Internetzugang im Ausland ist ja auch ganz angenehm. Die meisten Fragen kann man sofort abhaken, wenn man in Deutschland einen Internet-Tarif hat und nur ggf. für das Ausland ein Datenvolumen dazu buchen muss. Das dürfte auf die meisten Smartphone-Besitzer zutreffen.

Konfiguration

Was ist ein Zugangspunkt?

Ein Zugangspunkt (APN) verbindet das Mobilfunknetz mit dem Internet. Er ist providerabhängig einzustellen. Diese Einstellung ist meist der Grund, wenn beim ersten Versuch keine Verbindung zum Internet zustande kommt. Bei Prepaid-Kunden mit Basistarif ist der APN erstmal nicht gesetzt oder aktiviert. Daher kann man auch nicht versehentlich zu dem recht teuren 0,24€/MB Tarif surfen. Die APN-Konfiguration erfolgt manchmal mit einer Provider-SMS oder manuell. Bei der Nutzung eines EU-Datenpakets ändert sich der APN nicht. Achtung: Wenn man ein ein Surfpaket nicht verlängert und es nach Ablauf auch nicht vom Provider gesperrt wird (üblich im Ausland, aber im Inland nicht unbedingt), dann ist der Basistarif gültig und das Prepaidkonto ist schnell leer. Dann sollte die mobile Datennutzung am Handy sicherheitshalber gesperrt werden, und/oder der APN deaktiviert werden.

Checkliste Konfiguration mobiles Internet

  • Mobiles Internet einschalten
  • Datenroaming erlauben
  • Automatische Netzwahl aktivieren.
  • APN einstellen

APN-Einstellungen finden

Menüs und Bezeichnungen können je nach Betriebssystem und Version variieren. Im Zweifelsfalle hilft eine Suche im Internet.

  • Android: Einstellungen > Mehr > Mobilfunknetze > Zugangspunkte (APNs)
  • iOS: Einstellungen > Allgemein > Netzwerk > Mobiles Datennetzwerk

Empfehlung für Österreich

Update 04/2016: Im Vergleich zu 2015 haben sich die Tarifangebote in Österreich leider eher verschlechtert. Vor allem bietet nur noch HOT (Hofer, https://www.hot.at/tarife.html) einen Basistarif mit Güthabengültigkeit von einem Jahr an ("HOT flex"). Die Triple-SIM Karte für 1.99€ hat keine Inklusiveinheiten, man muss also nochmal mindestens 10€ für einen Ladebon ausgeben, damit man telefonieren oder surfen kann. Yesss! bietet gar keinen vergleichbaren Tarif mehr an, bei http://www.georg.at bin ich mir nicht sicher, das gibt es aber eh nur bei Saturn und Media Markt. Für den Kurzbesuch interessant könnte trotzdem das yesss! Starterkit sein (Triple-SIM, https://www.yesss.at/shop/telefonie/yesss-starterset) mit 100 Einheiten (MIN/SMS/MB) für 1,99€, 30 Tage gültig, erhältlich z.B. bei Billa oder der Post (https://www.yesss.at/info/handelspartner). Aufladen lohnt sich aber wegen der 30-Tage Laufzeit eher nicht, dann wäre wieder "HOT flex" interessanter.

Einstellung zum sparsamen Surfen auf Android

  • Mobiles Internet: Ein
  • Hintergrunddaten: Eingeschränkt ("nur WLAN")
  • Sync: Aus
  • Daten-Roaming: Ein (optional, bei EU-Paket)
  • Google Play: Update nur über WLAN
  • Software (Firmware) update check: Aus

Einstellung zum sparsamen Surfen auf iOS

  • Mobiles Internet: Ein
  • Hintergrunddaten: Einstellungen - Allgemein - Hintergrundaktualisierung: Aus (für alles oder per App)

Sonstige Daten:

  • Einstellungen - iCloud - Dokumente & Daten - Mobile Daten verwenden: Aus
  • Einstellungen - iTunes & App Store - Automatische Downloads - Mobile Daten verwenden: Aus
  • Einstellungen - Mitteilungen - "App": Keine Mitteilungen
  • Einstellungen - Mail, Kontakte, Kalender - Datenabgleich - Push: Aus
  • Daten-Roaming: Ein (optional, bei EU-Paket)

Dann sollte man natürlich Apps, die Internet benötigen, überlegt starten ("Vordergrunddaten"), also z.B. Webbrowser, Facebook, Whatsapp. Oder für nur WLAN Betrieb "Mobiles Internet" ausschalten . Achtung, live tracking funktioniert nicht mit vollständig eingeschränkten Hintergrunddaten .

Beschränkung der Hintergrunddaten (iOS: Hintergrundaktualisierung)

Worum geht es?

Hintergrunddaten sind die Daten, die das Betriebssystem oder Apps beziehen, ohne dass wir eine App aktiv benutzen. Das Handy bezieht über Hintergrunddaten z.B. neue Emails, App- updates usw. Aber das erhöht auch den Datenverbrauch, wenn es nicht über WLAN läuft. Die Hintergrunddaten dürfen nicht komplett für das Tracking gesperrt werden, da dies auch die Live-Daten betrifft.

  • Android: Man kann die Hintergrunddaten auch für jede App einzeln beschränken. Hintergrunddaten-Beschränkung bewirkt, dass Apps im Hintergrund nur über WLAN Daten holen oder wenn sie aktiv im Vordergrund sind. Das funktioniert bei Android ab 4.0, aber nur für Apps, die bereits Daten bezogen haben und damit in der Liste der Datenverbraucher auftauchen. Der umgekehrte Fall, also alle Hintergrunddaten pauschal beschränken und einzelne Apps freigeben, ist leider nicht möglich.

Achtung, die Berücksichtigung der Konfiguration der Hintergrunddaten ist nicht zwingend vorgeschrieben für die Apps, und ganz vereinzelt saugen Apps tatsächlich auch bei aktiver Datenbeschränkung. Das gilt auch für iOS.

So, und was ist mit der "Synchronisation" bei Android?

Der Punkt "Synchronisation" gehört zu den Hintergrunddaten. Mehr Info findet man z.B. hier. Es reicht aber zu wissen wie der Sync ein- und ausgeschaltet werden kann.

  • iOS: Hintergrunddaten gibt es ab iOS 7. Selektives Sperren der Hintergrunddaten bei gleichzeitiger Erlaubnis für WLAN gibt es hier bislang nicht. Das Sperren der Hintergrunddaten erfolgt entweder für das ganze Smartphone, oder für einzelne App.

Anleitung: Wie man aus einem (alten) Android-Smartphone einen Smart-Tracker macht

Weitere Smart-Tracker Optionen siehe unten.

Ziel ist es, einen Smart-Tracker zu bauen der auch mit dem 0,24€/MB Tarif für kleines Geld europaweit trackt. Kein Aufwand für das Buchen von EU-Datentarifen und damit verbundenen Ablaufdaten, es funktioniert immer, so lange Geld auf dem Prepaidkonto ist.

Anforderungen

  • Benötigt wird ein beliebiges SIM-Lock-freies Smartphone mit Android ab 4.0, ggf. mit neuem oder externem Akku.
  • Weiterhin wird eine Prepaid SIM-Karte mit lediglich einem Basis-Sprachtarif benötigt.

Checkliste SIM-Karte:

  • Echtes Prepaid? Wenn irgendwelche Kontoangaben gemacht werden müssen ist es unter Umständen keine echte Prepaid und eine potentielle Kostenfalle.
  • Max. 0,24€/MB für In- und Ausland (die Karte muss also Roaming-fähig sein)? Schweiz inclusive?
  • SMS-Kosten für In- und Ausland (mit der "Tracker"-App sinnvoll nutzbar)?

So eine Prepaid wird ab ~5€ angeboten, positiv getestet habe ich https://www.simyo.de/tarif/starter-9cent.html . Der Anbieter "Blau" bietet beispielsweise in Deutschland 10MB/Monat inclusive (kann sich ändern; https://www.blau.de/tarife/blau-9-cent ). Nicht vergessen, die Karte zu aktivieren und sich auch für den üblichen Kontomanager zur Kostenkontrolle zu registrieren.

Einrichten

  • Als erstes wird das Handy in den Werkszustand zurück versetzt (via [Einstellungen - Speicher] oder [Einstellungen - Konten]), damit sind alle nachinstallierten Apps und Daten sicher weg. Was jetzt noch installiert ist kann üblicherweise auch nicht gelöscht werden.
  • Dann entfernt man alle App-Icons, die einen in Versuchung bringen könnten ins Internet zu gehen.
  • WLAN einschalten und alle übrigen Apps aktualisieren.
  • Ggf. Notrufnummern ins Telefonbuch.
  • Sync: Aus
  • SW-updates: Aus / nur per WLAN
  • Dann werden die gewünschten Tracker Apps installiert und konfiguriert (auch das login für LT24 und ggf. andere Server). Sonst wird nichts weiter installiert.

Jetzt gibt es verschiedene Methoden

Nur mit Android-Mitteln

  • Die Datennutzung muss erstmal allgemein begrenzt werden. Schön beschrieben ist das hier: http://www.androidpit.de/android-daten-limit-einstellen . In dem gleichen Menü finden sich auch weiter unten die einzelnen Apps und ihren Datenverbrauch.
  • Datennutzung / mobiles Internet: Ein

Jetzt erfolgt die Konfiguration der Hintergrunddaten-Beschränkung

  • Die gekaufte SIM-Karte wird eingebaut, oder wenn vorhanden, irgendeine ander SIM-Karte mit einer Daten-Flatrate. Ohne die Datenverbindung funktioniert es leider nicht, denn man kann Hintergrunddaten nur sperren, wenn die zugehörige App einmal Daten verbraucht hat und damit in der Liste auftaucht. Wenn es gar nicht anders geht oder man sich dann besser fühlt, dann bucht man zur SIM einmalig ein 30-Tage-Datenpaket für Deutschland mit. Ein Test hat aber gezeigt dass der Datenverbrauch in dieser Phase recht gering ist. Dann setzt man den APN und nimmt das Smartphone ein paar Tage lang mit sich mit. Internet-Zugang vorher prüfen. Dann sollten sich alle Apps gemeldet haben, welche Daten verbrauchen können. Einmal müssen auch Tracker und LT24 zumindest kurz getrackt haben. Das Verfahren kan beschleunigt werden, indem man die App-Liste durchgeht und die üblichen Verdächtigen selber startet und auf Verbrauch checkt.
  • In dieser Zeit wird die Liste der Apps mit Datenverbrauch öfters mal geprüft. Jetzt muss bei allen Apps in dieser Liste die Hintergrunddaten-Nutzung gesperrt werden, außer natürlich bei Tracker und LT24. Das funktioniert leider nur manuell und für jede App einzeln. Dazu muss man jede App in der Liste antippen und unten "Hintergrunddaten beschränken" auswählen. Viele Apps sollten das nicht sein. Nur "Android OS" lässt sich nicht sperren, braucht aber nicht viel. Google Play sollte nur gesperrt werden, wenn man es sicher nicht mehr braucht, da es ohne nicht läuft.
  • Wenn vorher eine andere SIM benutzt wurde, dann wird jetzt die gekaufte SIM eingebaut und der APN muss nochmal neu gesetzt werden. Sicherheitshalber wird jetzt nochmal die Beschränkung der Hintergrunddaten exemplarisch geprüft. Dann wird einen Test-Track aufgenommen und am Server geprüft. Einen Laufzeit-Test des Trackers sollte man nicht vergessen.
  • Am Ende kann man dann auch "Datenroaming" aktivieren und die automatische Netzwahl prüfen (ein).

Fertig. Jetzt kann nur noch was schief gehen wenn man ohne WLAN aktiv mit anderen Apps ins Internet geht, oder wirklich was übersehen hat. Deswegen empfiehlt es sich, die Liste der datenverbrauchenden Apps und den tatsächlichen Datenverbrauch zu prüfen nach den ersten Benutzungen als Tracker. Ein Abgleich der angezeigten Verbrauchsmengen mit dem was der Provider zählt ist auch sinnvoll, denn der Provider wird immer etwas mehr anzeigen wegen der Abrechnung nach angefangenen Einheiten. Natürlich darf man auch nicht vergessen, hin und wieder das Guthaben zu checken und ggf. einen Bon zum Aufladen vorzuhalten. Wer es ganz perfekt machen will, der zieht sich noch ein Widget auf den Home-Screen, wo man WLAN und mobiles Internet bequem ein- und ausschalten kann. Oder man erledigt das mit einem Profilmanager.

Smart-Tracker Optionen
  • Dieses Verfahren kann natürlich auch von Smartphone-Nutzern ohne Daten-Flatrate angewendet werden, die nur WLAN benutzen. Die Einschränkung der Hintergrunddaten bedeutet, dass diese nur über WLAN bezogen werden, und das ist hier sowieso der Fall. Ein Problem gibt es aber: Man muss später nach der Installation jeder einzelnen neuen App nachsehen ob sie in der Liste der Datenverbraucher auftaucht (werbefinanzierte Apps!) und dafür die Hintergrunddaten sperren. Bis dahin hat man zusätzlichen Datenverbrauch.
  • Trick: Man kann sich auch den WLAN-Datenverbrauch einzelner Apps anzeigen lassen und da mal prüfen wo Probleme sein könnten. In diesem Anwendungsfall sollte man die mobilen Daten nur während des Trackens freigeben. Etwas mehr Aufwand, funktioniert aber auch.
  • Für Smartphone-Nutzer mit Daten-Flatrate in Deutschland ist das Verfahren aber weniger praktikabel, da man meist einem Haufen Apps die Hintergrunddaten-Nutzung erst entziehen muss, um das Ganze dann in Deutschland wieder rückgängig zu machen. Das muss jeder selbst entscheiden.
  • Ältere Android-Handys mit Version < 4.0: Diese sind nicht zu empfehlen, da sich die Hintergrunddaten nicht selektiv beschränken lassen. Manche Geräte lassen sich aber auf neuere Android-Versionen aktualisieren - einfach mal ausprobieren.
  • Dieses Vorgehen kann entsprechend auch bei iPhones angewendet werden, allerdings kann ich mangels Gerät dafür leider keine fertige Anleitung anbieten. Es wurde aber bereits von einem Piloten umgesetzt, der Aufwand hielt sich ebenfalls in Grenzen.

Methode mit Firewall

Man installiert https://play.google.com/store/apps/details?id=app.greyshirts.firewall Diese App kontrolliert sämtlichen Datenverkehr. Man muss dem Anbieter also einiges an Vertrauen schenken. Aber bei einem reinen Tracker-Phone ist das Risiko eher gering. Eine Empfehlung für die Verwendung am Haupt-Smartphone (mit oder ohne Daten-Flat) wo viele Passwörter im Spiel sind, kann nicht geben werden, selbst wenn die App außerhalb vom Tracking nicht gestartet wird - up to you. Auch ist wegen der tiefen Eingriffe in das System ist das Zusammenspiel der Firewall mit Android in allen seinen Versionen nicht garantiert, kritisches Testen ist angesagt. Wenn alles gut läuft, dann auch keine Android/Firewall Updates mehr fahren. Dann die Firewall-App starten. Die Firewall-App fragt dann für jede andere App, die ins Internet will, ob sie das darf. Nur die Tracking-App(s) werden freigegeben, der Rest bleibt gesperrt. Das ist erfreulich einfach bei der Methode. Hintergrunddaten-Beschränkung ist mit der Firewall nicht nötig. Diese Methode kommt gut ganz ohne Flatrate-SIM aus, man kann gleich mit der Basic-SIM loslegen. Einstellungen und Tests wie oben.

Erstmalige Benutzung im Ausland

Es empfiehlt sich, für die erstmalige Inbetriebnahme des Smarttrackers im Ausland ein paar Minuten für die Netzbetreiberwahl und Aktivierung des Roamings einzuplanen.

Tip zur SIM-Karte

Es kann durchaus sinnvoll sein, sich eine roamingfähige Prepaid SIM-Karte aus dem Ausland zu kaufen, wenn man dort am meisten fliegt. Das gilt vor allem für Österreich mit den 1-Jahres Datentarifen (zur Zeit nur "HoT"). Man muss nur drauf achten, diese im Netz des jeweiligen Providers zu aktivieren, in Deutschland geht das in der Regel nicht.

Fazit

  • Netto-Zeitaufwand für alles: ~2 Stunden
  • Kosten: Ab ~5€/Jahr (ohne Handy und Zusatz-/Ersatzakku)
  • Datenverbrauch: Im einem Wettbewerb sind nach ersten Tests unter 150 kB/h Gesamtdatenverbrauch realistisch. Außerhalb von Wettbewerben kann der Verbrauch auf bis etwa 100 kB/h gesenkt werden.

Anmerkung: Die gewählte App sollte hinsichtlich der Länge und Regelmäßigkeit der Intervalle geprüft werden, wenn man sie bei Wettbewerben einsetzt. Bei seltenen Kombinationen von Smartphone, Betriebssystem-Version und App-Version kann es zu Unregelmäßigkeiten kommen. Dann muss eine andere App getestet werden. Wenn das nicht hilft, kann zusätzlich zur Tracking-App eine andere App gestartet werden, die auch das GPS benutzt. Dies erhöht aber unter Umständen den Stromverbrauch.

Meßergebnisse nach einer Woche Fliegen im Ausland

  • App: Livetrack24 v2.2.3 (2014)
  • Laufzeit Tracker ~24h
  • Abtastrate im Mittel 5s über die Laufzeit
  • Verbrauch absolut: 2,95MB (abgerechnet vom Provider)
  • Verbrauch pro Stunde: ~123 kB

Alternativen für den Notfall

Achtung: Es dürfte klar sein, dass ich keine Verantwortung für die Funktion der aufgeführten Apps übernehmen kann. Es ist wichtig, die gewählte App vorher individuell gut zu testen und klare Absprachen mit dem Notfallkontakt zu haben, auch wie das weitere Vorgehen ist. Auch nach Updates der App oder des Betriebssystems und erst Recht nach einem Wechsel des Smartphones sind Tests erforderlich.

Ein Mindest-Auswahlkriterium für Apps ist das Datum der letzten Aktualisierung im App-Store. Wenn dies länger als 1 Jahr zurück liegt, dann ist die App mit Vorsicht zu genießen. Und: Für eine gute Security App kann man auch mal ein paar Euro ausgeben.

Bei jeder SMS-basierten Lösung ist zu beachten, dass die Periodizität / Laufzeit der SMS durch Sende-, Netz- und Empfangsstörungen eher undefiniert ist. Das Ausbleiben einer erwarteten SMS ist also erstmal kein Grund zur Panik.

Android: Tracker (s.o.)

Die App kann auch dazu benutzt werden, periodisch Positions-SMS abzusetzen. Das kann zusätzlich oder alternativ zum Livetracking erfolgen, geht also auch ohne Internet. In Verbindung mit der "auto-stop" Funktion kann sie indirekt auch zur Notfallerkennung benutzt werden. Da die auto-stop Erkennung 30 Minuten dauert, sollte ein veranwortungsvoller Pilot sich vorher zumindest mittels "stop" am Tracker und der damit verbundenen Stop-SMS gemeldet haben. Besser für den Zweck sind Apps mit dem so genannten "Totmann" feature geeignet.

Android: "GPS Bodyguard"

Bei dieser App (http://gps-bodyguard.de/index.php) kann das "Timer" genannte Feature wie ein "Totmann" Feature eingesetzt werden. Praktischerweise muss man nicht jedesmal auf's Display tippen um den Timer zu bestätigen, sondern die App akzeptiert auch mittels des internen Beschleunigungssensors eine Bewegung des Geräts als Bestätigung, dass noch alles ok ist. Wenn nach Ablauf des Timers keine Bewegung erkannt wird, wird eine Zeit lang ein Warnton abgespielt, und am Ende erfolgt der Versand einer Notfall-SMS mit Koordinaten an eine frei definierbare Telefonnummer. Wichtig: Derzeit muss die Beta-Version (derzeit 2.6 aka 2.7.1) der App über einen download von der Website installiert werden, um die gewünschten Features zu bekommen (http://gps-bodyguard.de/index.php/component/ars/repository/gps-bodyguard/2.7.1). Die im App-Store erhältliche Version 4.0 soll den Timer Reset via Bewegungsmelder wohl auch wieder bekommen in der v4.1. Die Beta-Version wird explizit als "instabil" bezeichnet, vor allem kann der Bewegungsdetektor nach einer längeren Zeit des Geräts im Standby deaktiviert werden. Ich bleibe dran.

Anmerkungen: Das automatische Aktivieren des Timers nach dem Takeoff bekommt man im Zweifelsfalle über den Zeitplan hin. Achtung, die "bis"-Zeit muss nach der "von"-Zeit liegen, sonst startet der Timer nicht. Das kann man leicht übersehen, wenn man einen bereits benutzten Zeitplan bearbeitet. Die Auswahl einer einzelnen Telefonnumer aus einem Kontakt mit mehreren Nummern geht derzeit nicht, es werden immer alle eingetragen - blöd, aber kein Hindernis. Den Einfluss auf den Akkuverbrauch der App habe ich nicht getestet. Derzeit ist das GPS für meinen Geschmack unnötig oft aktiv, was den Akku belastet. Wenn man aber Livetracking betreibt, dann ist das egal.


Android: "Totmann App"

Eine Alternative zu "GPS Bodyguard". Verschickt Nachrichten nur in der Vollversion (2,67€). Warum der Timer nach erfolgtem Alarm neu gestartet wird und damit potentiell zig Meldungen verschickt, erschließt sich mir nicht. Man kann das aber über einen nachfolgenden Timer mit sehr langem Timeout bzw. ohne aktivierte Meldung unterdrücken. Das GPS ist nur an wenn nötig.

Android: "Locator via SMS"

Man schickt eine SMS mit vordefiniertem Text an das gesuchte Smartphone, welches dann Position, Geschwindigkeit und Richtung der Bewegung zurückmeldet. Fehlt eigentlich nur noch die Höhe, vielleicht kommt das noch. Für die korrekte Funktion scheint folgendes wichtig zu sein: - die App wurde auf dem gesuchten Gerät vorher gestartet - der SMS-Text muss genau passen, auch Leerzeichen am Ende sollten vermieden werden Übrigens, nur Smartphones mit dafür freigegebenen Nummern dürfen die Position abfragen - sehr schön.

Unterstützung für's Rückholen

Android: "Here I am 2"

Praktische, intuitiv bedienbare App. Der SMS-Text ist editierbar und das Koordinatenformat wählbar, z.B. passend zum Navi.

Generell sollte man dran denken, dass viele Navis auch Koordinaten als Ziel akzeptieren, was im Ausland praktisch sein kann, wenn der Rückholer selbst kein Internet hat oder man nur mit SMS arbeitet. Man muss nur den passenden Menüpunkt finden.


Haftungsausschluss

Alle Infos und Anleitungen wurden nach bestem Wissen zusammengestellt, sind aber ohne Gewähr.


Anhang

Anmerkungen zu einzelnen Apps

Allgemeine Anmerkungen

Wenn man bei einer App die Intervall-Länge für das Senden an den Server konfigurieren kann, dann sollte man den Wert zumindest im Wettbewerb möglichst kurz setzen. Wenn eine Übertragung verloren geht, dann ist die Lücke nicht so lang. Ohne Wettbewerb kann man ruhig auf einen höheren Wert gehen.

LiveTrack24+

  • Wenn “logged in” gecheckt ist bedeutet dieses nur dass die App die Login-Daten kennt, z.B. durch einen vorherigen erfolgreichen login. Wenn keine Internetverbindung besteht beim Start der app, dann wird die Checkbox trotzdem schon gesetzt. Der echte login beim Server geschieht im Hintergrund, wenn die Verbindung steht.
  • Ein track wird vollständig gepuffert in Zeiten ohne Internetverbindung. Im Extremfall kann man komplett ohne Internet fliegen und dann nach der Landung nach Aktivierung den Track hochladen.
  • Ein track liegt normalerweise nach 1-2 Minuten nach Internet-an auf dem LT24 server bzw. ist dann wieder aktuell. Man bekommt aber keine Info über einen erfolgreichen upload. Das kann nur auf der LT24 Homepage geprüft werden.
  • Der upload eines gepufferten Tracks funktioniert auch nach einem App restart und sogar nach einem Handy restart.
  • Das Ende eines Tracks aufgrund LowBat wird nicht gesondert angezeigt.
  • Die Version der App für iOS wurde 2015 wieder aktualisiert, funktioniert jetzt verlässlich und sollte einigermaßen auf dem Stand der Android-Variante sein (danke Frank für das Testen!).
  • Aktuelle Verbrauchsmessung 2015: Mit einem "Smarttracker" 100-150 kB/h Gesamtverbrauch unter Android (also das was bezahlt wird).

Tracker

  • 04/2016: Aktuell ist die Version v7.41
  • v5.4: "Take control": Sollte (darf) nicht benutzt werden wenn man Datenroaming nutzt oder beim Selbstbau-Smarttracker. Der Grund ist, dass dann jedes gesendete Paket als extra Verbindung gezählt werden kann und für die bezahlt man immer mindestens 1 Cent (Prepaid) oder eine angefangene Einheit (Flatrate). Das hängt auch vom Provider ab.
  • Kann alternativ oder zusätlich zum Livetracking Positionsangaben auch periodisch per SMS verschicken.
  • Wenn SMS benutzt werden, wird eine SMS mit "low battery" gesendet bevor das Tracking beendet wird. Das Ende eines Tracks aufgrund LowBat wird nicht gesondert angezeigt.
  • Es gibt jetzt (2016) ein neues Feature für Wettbewerbsteilnehmer: Die App kann jetzt einen aufgezeichneten Track unter Angabe des Namens und der Wettbewerbs-ID per Email verschicken, vorzugsweise an den Auswerter.
  • Weitere Infos hier

Flight GPSLogger

  • Nicht zu verwechseln mit GPSLogger von Mendhak. Letzteres hat zwar das gleiche Icon, ist aber eine ganz andere App ohne Live Tracking.

Lokal abgespeicherte IGCs haben leider keinen gültigen G-record.

  • Auf dem Livetrack24 Server sind alle Tracks vom Typ "Paragleiter", man kann an der App nichts einstellen.
  • Live tracker settings - XY Setup - Interval for sending data: Das ist das Track-Interval das relevant ist für LT24. Wenn das Tracking auf dem Gerät schneller ist, werden die zusätzlichen Punkte trotzdem nicht gesendet, sondern nur lokal gespeichert.
  • Logging Details - Zeitintervall: Der Parameter ist etwas unklar und scheint nur bedeutsam zu sein wenn man nicht live trackt. Im Zweifelsfalle gleich einstellen wie das "Intervall for sending data".
  • Letzte Aktualisierung 03/2015.

Seeyou Recorder

  • Stabilität ist noch zu verifizieren
  • Jetzt auch mit LT24 support
  • Nach Flugende ist direkter upload zu Leonardo (xc.dhv.de) und xcontest möglich
  • Sparsam (Info von B. Koller - danke)

Andere Apps testen

Wer "seine" App auf Tauglichkeit prüfen will, der kann das so machen:

  • Mehrere Tracks unter möglichst realistischen Bedingungen aufnehmen. Zu Bedenken ist dass beispielsweise bei Fahrten mit dem Auto der GPS-Empfang aussetzen kann, was beim Fliegen fast unmöglich ist. Beim Fliegen hat man manchmal kein Internet. Das macht die Track-Analyse manchmal schwierig.
  • IGCs von LT24 downloaden.
  • Öffnen in "MaxPunkte". Dort dann unter "Extras - Statistik Zeitintervalle" die Verteilung der Intervalle ansehen. Sie sollte sich auf den gewünschten Wert konzentrieren bzw. im unteren Sekundenbereich liegen und möglichst keine Ausreißer haben.

Alternative Livetracking-Anbieter

Der vermutlich wichtigste Mitbewerber für Livetrack24 dürfte derzeit "Airtribune" sein. Server-seitig sehen die angebotenen Features recht ähnlich aus. Ich kann aber derzeit dazu wenig sagen. Zur Stabilität der Airtribune App und der Qualität der aufgezeichneten Tracks habe ich noch keine belastbaren Tests gemacht. Zu beachten ist, dass die App derzeit keine Möglichkeit zum Beenden des Trackens anbietet, wenn der Akkustand niedrig wird. Auch sonst scheint die LT24 App etwas mehr Features anzubieten. Möge jeder selber entscheiden.

Verweise

Allgemein

Abschaffung Roaming-Gebühren 2017

Android

iOS

HW-Tracker